Ein kleiner Rückblick darauf, was mich das Jahr über beschäftigt und begleitet hat …
Der Januar war nur am Anfang richtig kalt mit minus 20 Grad, der Rest war erträglich mit minus 10 Grad. Schnee hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch reichlich und auch Nordlichter konnten wir viele sehen. Ich hatte sehr viele Bewerbungen geschrieben, aber leider kam da wenig bis gar nichts zurück. Im Obergeschoss ging ich die letzten Feinheiten an, die durch die Renovierung im Vorjahr noch liegen geblieben waren, und die ersten Ideen zur Selbstständigkeit tauchten auf.





Der Februar brachte viel Sonne mit sich und auch immer noch viele Nordlichter. Meine Idee, mich mit 3D-Druck selbstständig zu machen, wurde mehr und mehr ausformuliert und recherchiert. Erste Testdrucke und Filamente wurden ausprobiert, die mein Portfolio erweitern sollten. Ich hatte weiterhin Bewerbungen geschrieben, denn es sah weiterhin so aus, als würden auch hier ITler mit Berufserfahrung gebraucht werden, jedenfalls waren einige Stellen ausgeschrieben. Ende des Monats begannen wir dann mit dem Sprachkurs beim SFI, Schwedisch für Einwanderer. Nach wie vor eine richtige und wichtige Entscheidung. Es wurde ungewöhnlich warm, sodass der Schnee anfing zu schmelzen, was sehr ungünstig war, denn nachts ging es dann wieder unter null Grad und damit wurde es so richtig glatt und gefährlich.





Der März startete mit richtig vielen Nordlichter-Sichtungen und auch extrem starken Nordlichtern. Ich hatte meine Selbstständigkeit offiziell registriert und startete gleich mal richtig durch mit 3D-Druck für die Osterdekoration. Ich erstellte einen Etsy-Shop und auch noch einen Shop über die Plattform Shopify, um auch Kunden hier lokal vor Ort die Möglichkeit zu geben, meine Produkte kaufen zu können, ohne dass der Versand eine Rolle spielte. Bis Ende März war leider fast der ganze Schnee geschmolzen und viele Winter-Events, die Schnee voraussetzten, mussten abgesagt werden.





Im April bekamen wir dann Besuch von meinen Eltern. Die ersten Projekte im Außenbereich wurden angegangen und somit bastelten wir einen Zaun für unseren kleinen Garten. Kleine Pflanzen, keine Beete und immer noch Minustemperaturen, aber einen Zaun haben wir. Ende April hatte ich dann auch die Zusage für einen Job, der im Mai starten sollte. Am 30. April gab es dann noch einen leckeren Burger beim Majbrasa, also dem Valborg. Auf Deutsch wäre das das Walpurgisfeuer.




Der Mai startete mit Frost, was wohl nicht so gut für die importierten Erdbeeren war, die meine Eltern mitgebracht hatten. Der kleine Garten bekam Erdbeeren und Rhabarber, also alles, was meine Frau nicht mag …
Am 5.5.25 startete ich als Garten- und Landschaftsgärtner oder auch Rasenmähermann … Ich war zuständig für die Pflege bestimmter Grünflächen, und die Hauptaufgabe den Sommer über bestand in Rasen mähen und Kanten trimmen, halt nur in groß. Die Rasenmäher hatten einen großen Dieselmotor und eine Schnittbreite von 150 cm und konnten mit bis zu 15 km/h über die Grünflächen flitzen …

Im Juni habe ich wirklich viel gearbeitet, also 40 Stunden waren vereinbart, aber tatsächlich war an keinem Tag pünktlich Feierabend. Wir hatten gutes Wetter und einen schönen Midsommertag in Junsele und zur Überraschung meiner Frau habe ich ein besonderes Geburtstagsgeschenk einfliegen lassen. Ende Juni habe ich mir ein langes Wochenende genehmigt und dieses mit Frau und Sohn genossen.




Der Juli hier in der Region ist der Monat, in dem fast jeden Tag eine Veranstaltung in einem der vielen kleinen Orte ist. Sei es Oldtimertreffen, Gartenpartys, Loppis und so weiter. Am 4. Juli oder so um den Dreh ist in Edsele, wo wir wohnen, immer der Edsele-Tag und das ist auch meist der Auftakt für die Ramsele-Edsele-Woche. Da werden dann viele kleine Veranstaltungen in und um Ramsele und Edsele abgehalten. Die meisten haben dann Urlaub und sind weg, und dafür kommen dann viele, die hier in der Region ein Ferienhaus haben und eben nur Urlaub hier machen. Und wie geplant kam dann erneut unser Sohn für seinen Urlaub zu uns zu Besuch. Auch im Juli viel Arbeit und durchaus schönes Wetter.





Der August begann dann mit einem Abschied, unser Sohn musste dann wieder zurück. Natürlich haben wir uns dann auch vom Sommer verabschiedet, denn Ende August kam so viel Regen in so kurzer Zeit herunter, dass leider viele Straßen bei uns zum Teil zerstört wurden. Aber wenn der Sommer geht, beginnt die Zeit des Sammelns und Jagens. Wir sammeln nur, und das auch nur Beeren, vor allem Bianca hat viele Beeren gesammelt. Bei der Arbeit hieß das, dass nun angefangen wird mit Hecken schneiden und dem Trimmen von großen Abhängen, das war sehr anstrengend. Der Arbeitsdruck ließ langsam nach und ich hatte dann auch wieder mehr Zeit, zu Hause etwas machen zu können, denn der Winter stand ja vor der Tür.




Im September war dann mein Geburtstag und es gab einen Kuchen an einem verregneten Tag unterm Carport. Auf der Arbeit hieß es Hecke, Hecke, Hecke und das mit halbem Personal, denn die Sommeraushilfen mussten wieder zur Schule. Mitte September ist dann für Ramsele und Umgebung das Highlight des Jahres mit dem Ramsele Lastbilträffen erreicht. Ein LKW-Treffen mit über 300 LKWs und verschiedenen Ausstellern und großem Musikprogramm. Aus fast ganz Schweden und auch Norwegen und Finnland kommen die LKWs, teils sogar aus der Schweiz und den Niederlanden. Tage vorher kann man die tollen LKWs auf den Straßen anreisen sehen und hören. Ein absolutes Muss, sich das mal anzusehen. Ende September gab es dann endlich die ersten Hefeklöße und selbstgemachte Blaubeersoße, ein Traum. Die Temperaturen gingen dann schon nachts gegen null und dunkel ist es dann auch schon. Von Mitte Mai bis Anfang September braucht man abends keine Taschenlampe, das ist schon was Schönes.







Der Oktober hatte viele Aufträge, die ich über meine Selbstständigkeit abarbeiten konnte. Einiges im 3D-Druck-Bereich, aber auch vieles als Handwerker. In der zweiten Woche im Oktober kam dann schon der erste Frost und kurz vorher kam der Bauer und hatte den Hafer abgedroschen, das war schon ganz schön kalt. Von Mitte bis Ende Oktober hatten wir dann zwei Wochen Urlaub in Deutschland geplant und auch durchgeführt, was für ein Stress, kann ich euch sagen. Wenn man in so kurzer Zeit so viele Bekannte, Verwandte, Freunde und Familie besuchen muss, um ja keinen zu vergessen, wird das zu einer Jagd. Zum Abschluss gab es noch einen schönen Döner. Wir hatten jedenfalls das Gefühl, alles geschafft zu haben, und waren dann doch froh, wieder hier oben zu sein.






Der November war so ein Herbst-Winter-Herbst-Winter-ach-egal-Monat. Durch meine Arbeit den Sommer über hatte ich mit der Sprachschule so eine On-Off-Beziehung und bin bis Juni mit Kurs B fertig geworden, hatte dann leider nicht viel Zeit für Kurs C und wurde im September höflich gebeten, meine Prüfung zu schreiben, die ich dann auch bestand. Im November wurde mir dann vom Lehrer Kurs D empfohlen, auch diese Prüfung zu schreiben. Also in knapp neun Monaten drei Sprachkurse zu absolvieren, ist schon mal eine Leistung, aber ich habe auch das Gefühl, dass hier und da noch was fehlt, was ich in den Kursen gerne noch gelernt hätte. Ende November war es dann auch endlich so weit, den Kaminofen im OG aufstellen zu können und anzuschließen. So richtig Schnee lag noch nicht, aber ich wollte diesen Winter auf Nummer sicher gehen und habe Autoreifen mit Spikes gekauft.







Anfang Dezember wurde dann auch die Winter- und Weihnachtsdekoration draußen und drinnen aufgestellt. Das Briefkastenbord entsprechend aufgepeppt und ich war mit meiner kleinen Selbstständigkeit auf dem Weihnachtsmarkt in Ramsele. Der beste Fund vom Weihnachtsmarkt war ein Handschuh für das Mikrofon meines Headsets. Wir durften bei Freunden im Garten einen Weihnachtsbaum schlagen, es kam mehr Schnee und noch ein paar kleine Aufträge für meine Selbstständigkeit. Mitte Dezember kam dann unser Sohn wieder zu Besuch und wir chillten dann bis kurz nach Weihnachten. Bei heftigen Windböen haben wir ihn dann wieder zum Zug gebracht und haben ein paar Tränen vergossen. Silvester haben wir mit Freunden und Bekannten verbracht und waren somit nicht alleine. Es war fröhlich und doch gemütlich mit einem kleinen Feuerwerk, knackig kalt und mit neuem Schnee ging’s dann in 2026.











Das war nur ein kleiner Einblick in mein Jahr 2025 – mit all seinen Momenten, Arbeiten, Begegnungen und Erlebnissen.
Vieles passiert im Alltag, zwischen den Zeilen, und lässt sich gar nicht in Worte oder Bilder fassen.
Der Rest steckt in den kleinen Momenten – und genau darüber wird es hier nach und nach mehr geben.
Fortsetzung folgt.
Dann bis demnächst …
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