3D-Druck eröffnet Endanwendern, Heimwerkern und Profis gleichermaßen kreative Lösungswege für viele Alltagsprobleme. In diesem zweiten Teil unserer praktischen Tipps zeigen wir weitere realisierte Projekte aus dem echten Leben – von funktionalen Adaptern über clevere Organizer bis hin zu praktischen Tools für Werkstatt und Haushalt. Diese Beispiele sollen dir Inspiration geben, wie vielseitig 3D-Druck im Alltag genutzt werden kann.


6. Reduzierung für die Regenrinne

Das Fallrohr unserer Regenrinne hat einen Durchmesser von 80 mm, das Rohr zur Regentonne jedoch nur 50 mm. Im lokalen Baumarkt konnte ich keinen passenden Adapter finden. Neue Rohre kaufen wollten wir ebenfalls nicht, da noch genügend 50-mm-Rohre vorhanden waren. Also habe ich mit Fusion 360, einem CAD-Programm von Autodesk, selbst einen Adapter konstruiert, der von 80 mm auf 50 mm reduziert. Bis zur perfekten Passform waren drei Testdrucke nötig, die jeweils etwa 45 Minuten dauerten. Die vierte Version passte schließlich optimal. Der fertige Adapter wiegt nur rund 80 Gramm PLA und war in 45 Minuten gedruckt – eine einfache, günstige und passgenaue Lösung.


7. Fenster für ein Puppenhaus

Die Tante meiner Frau besitzt ein großes Puppenhaus. Im Laufe der Jahre sind einige Teile verloren gegangen – unter anderem mehrere Fenster und Fensterrahmen. Ein einzelner Rahmen war noch vorhanden und diente mir als Vorlage. Anhand dieses Rahmens konnte ich alle Maße nehmen und das Modell in Fusion 360 nachzeichnen. Das Design wurde in zwei Teile aufgeteilt: Fenster und Fensterrahmen. Dadurch ließ sich beides sauberer und einfacher drucken. Nach dem Druck wurden die Teile mit etwas Sekundenkleber verbunden und anschließend weiß lackiert. Obwohl das Vermessen und Konstruieren etwas Zeit in Anspruch nahm, wäre ein Nachbau aus Holz deutlich aufwendiger gewesen.


8. Halterung für Küchenzubehör

Kennt ihr das Problem? Zubehör für Küchenmaschinen oder Küchengeräte wie Hobel liegt lose in Schubladen herum. In der Originalverpackung sah alles ordentlich aus, doch jedes Mal alles wieder hinein- und herauszunehmen ist umständlich. Für mein Hobelset gibt es vier verschiedene Aufsätze und einen Restehalter. Also habe ich eine passgenaue Halterung entworfen, in der jedes Teil seinen festen Platz hat. So bleibt die Schublade ordentlich, und alle Teile sind schnell griffbereit.


9. Besteckschubladeneinsatz

Unsere Küche ist von IKEA, aber die vorhandenen Besteckeinsätze gefielen uns nicht. Deshalb habe ich eigene Einsätze nach unseren Bedürfnissen entworfen und gedruckt. Der große Vorteil: Maße, Fächeraufteilung und Form können exakt an die eigenen Gewohnheiten angepasst werden. Beim 3D-Druck gibt es hier kaum Grenzen – individuelle Lösungen sind oft praktischer als Standardprodukte.


10. Schrauben-Messgerät

Schrauben und Muttern in unterschiedlichen Größen liegen oft unsortiert auf der Werkbank. Mit diesem kleinen 3D-gedruckten Werkzeug lässt sich die Größe schnell bestimmen und die Teile anschließend richtig einsortieren. Der Druck dauerte nur etwa eine Stunde. Wer keinen Mehrfarbdrucker besitzt, kann den Druck an einer bestimmten Stelle pausieren und das Filament wechseln. So werden Beschriftungen in einer anderen Farbe gedruckt und sind deutlich besser lesbar.


Die vorgestellten 3D-Druck-Projekte zeigen, wie individuell und praxisnah sich Probleme im Alltag lösen lassen – ohne teure Spezialteile oder langwierige manuelle Fertigung. Mit etwas Kreativität, einem CAD-Programm und deinem Drucker lassen sich maßgeschneiderte Lösungen realisieren, die perfekt zu deinen Bedürfnissen passen.

Wenn du selbst etwas gedruckt haben möchtest oder Fragen zur Umsetzung hast, freue ich mich auf deine Nachricht!